Donnerstag, 17.07.2008 – 4. Etappe vom Oberkaser nach Pfelders (Zeppichl)

Wanderdaten

  • ab Oberkaser: 08:20 Uhr
  • an Spronser Joch: 10:15 Uhr (5' Pause)
  • an Faltschnalalm 12:45 Uhr (60' Pause)
  • an Zeppichl: 14:35 Uhr
  • Pausen / Fotostopps: 10'
  • reine Gehzeit: 5h 00'
  • Entfernung: ca. 8 km

Wegverlauf

Oberkaser (2.131 m) - Grünsee - Schiefersee - Spronserjoch (2.581 m) - Faltschnaljöchl (2.419 m) - Faltschnaltal - Faltschnalalm (1.872 m) - Zeppichl (1.676 m)

Wetter

Dichter Nebel, der zeitweise kurz aufreißt bis 10:30 Uhr, anschließend bis zum Spätnachmittag sehr stark bewölkt und Regen, kühl (Temperatur am Spronser Joch um 10:15 Uhr 8°C, an der Faltschnalalm um 13:00 Uhr 13°C).

Foto: Reinhard Jakubowski

Die Oberkaseralm im Nebel.

Auszug aus Hildegards Tagebuch - Donnerstag, 17.07.2008

Martin ist um 5.30 Uhr schon munter und sucht die Waschgelegenheit auf. Wir anderen folgen nach und nach. Alles Persönliche braucht gerade hier oben seine Zeit und Ordnung

Durch ein hausgemachtes, zeitiges Frühstück gestärkt brechen wir um 8:20 Uhr in Richtung Spronser Joch auf. Es ist nebelig und kalt, aber wir sind gut gelaunt und trotz ungewöhnlicher Betten nicht müde. Es geht direkt kontinuierlich bergauf und uns wird schnell warm.

Der Grünsee, den wir alsbald erreichen, ist durch eine Natursteinmauer gestaut. Das Wasser fließt gleichmäßig über die Sperre wie ein breiter Wasserfall.

Die Stimmung hier oben ist heute gespenstisch, erinnert etwas an das Land von Feen, Elfen und Gnome; denn mittlerweile sind wir in dichten Nebel eingehüllt. Die rot-weißen Wegmarkierungen müssen förmlich erspäht werden, aber da die Bezeichnungen reichlich sind, bleiben wir gelassen. Konzentration und Trittsicherheit sind aber bei den nassen Steinen jetzt durchaus gefordert.

Vorbei an ein, zwei seilversicherten Passagen erreichen wir das Spronser Joch im dichten Nebel bei 8°C um 10:15 Uhr.

Und als wir uns nach 5 kurzen Aufenthaltsminuten an den Abstieg machen, beginnen sich die Wolken auszuregnen. Der lange, gleichmäßige Abstieg durch das Faltschnaltal findet so im Regen statt. Immer wieder überqueren wir Bäche und Wasserläufe, öffnen und schließen Tiergatter oder weichen Kühen aus, die den Weg blockieren. Der Regen tropft von der Kapuze vorne auf die Schuhe. Wie lange sind die wohl dicht?

Foto: Reinhard JakubowskiFoto: Reinhard JakubowskiFoto: Reinhard Jakubowski

links: Die Ziegen auf der Oberkaser Alm lassen sich vom Nebel nicht stören.
mitte: Auch die Pferde im Faltschnaltal sind vom Wetter unbeeindruckt.
rechts: Die Wiesen und Almen im Pfelderertal zeugen von der Bewirtschaftung des Tales.

Wie gerufen taucht die Faltschnalalm aus dem Regenwetter auf. Wir kehren hier ein, um uns zu stärken und aufzuwärmen. Das Haus ist neu erbaut und die Stube ist noch etwas steril. Die persönliche Note, das „Urige“ fehlt noch.

Der Regen wird immer stärker, aber wir brechen jetzt doch auf nach Pfelders. Über einen steinigen und schlammigen Pfad steigen wir durch den Wald ab ins Tal. Hier ist Vorsicht geboten, um nicht auszurutschen!

Foto: Reinhard Jakubowski

Die Kapelle beim Lazinser Hof im Pfelderertal.

Endlich liegt dann Zeppichl vor uns. Im Gasthof bekommen wir den Schlüssel für unsere Ferienwohnung.

Nach der etwas abenteuerlichen Übernachtung beim Oberkaser erwartet uns hier nun etwas mehr Komfort. Ein Badezimmer mit Dusche und Handtüchern verspricht Privatsphäre bei der Körperpflege. So von Schweiß und Schmutz der letzten 2 Tage befreit, genießen wir im Gasthaus unser Abendessen. Jeder hat einen besonderen Appetit; der eine verspürt einen Heißhunger auf Salziges, der andere auf Süßes – Mangelerscheinungen vom Wandern zeigen sich, können aber durch Salat, Pommes Frites und Cordon Bleu und schäumenden Getränken ausgeglichen werden!

Text und Fotos von Reinhard Jakubowski aus Gladbeck. Die Verwendung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Berichte und Texte von Gastautoren geben nicht notwendigerweise die Meinung des Medieninhabers wieder.

Bergnotruf Tel. Nr.: 118

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